Tonarten

Nachdem ich die verschiedenen Noten und Intervalle dargestellt habe, möchte ich nun einen Schritt weiter gehen. Schließlich nutzen uns die Noten nichts, wenn wir nicht Musik aus ihnen machen. Hier kommen die verschiedenen Tonarten ins Spiel. Die Tonart bestimmt die Töne, die dir zur Verfügung stehen. Sie bestimmt, welche Akkorde innerhalb eines Stückes gespielt werden und welche Skalen sich eignen für deine Soli.

Die Tonarten in Dur

Die Dur-Tonarten bilden

Die Formel zum Bilden von Dur-Tonleitern hatten wir bereits*. Wenn du beim c beginnst und die Tonstufen dieser Formel anwendest, erhältst du die C-Dur Tonleiter. Was ändert sich, wenn du nicht beim c, sondern bei einem anderen Ton beginnst?

Wir machen das einmal exemplarisch für die Tonart G-Dur. Wenn Du beim g anfängst und die Stammtöne entlanggehst, hast du bis zum e die gleichen Töne wie in C-Dur. Auf der siebten Stufe gibt es aber eine Änderung. Zur Tonart C-Dur gehört das f. In G-Dur brauchst du an dieser Stelle einen Ganztonschritt – und damit landest du beim fis.

G-Dur Tonleiter Aufbau

Probier es aus! Klick auf das Bild links. Dann öffnet sich das gleiche Modell wie das der G-Dur Tonleiter. Die Schablone mit der Formel kannst du mit der Maus verschieben. Welche Töne bekommst du, wenn du mit anderen Tönen anfängst?

Alle Tonarten mit #

Um nicht zu jeder veränderten Note immer ein Vorzeichen setzen zu müssen, markiert man die Tonart im Notensystem ganz vorne beim Notenschlüssel. Die Kreuze, die du dort findest, geben dir Aufschluss über die Tonart, in der das Stück geschrieben ist.

C-Dur
Identisch mit der Stammtonreihe, daher keine Vorzeichen.

G-Dur
Alle Töne wie C-Dur, aber jedes f wird zu f#

D-Dur
Alle Töne wie G-Dur, aber jedes c wird zu c#

A-Dur
Alle Töne wie D-Dur, aber jedes g wird zu g#

E-Dur
Alle Töne wie A-Dur, aber jedes d wird zu d#

H-Dur
Alle Töne wie E-Dur, aber jedes a wird zu a#

F#-Dur
Alle Töne wie H-Dur, aber jedes e wird zu f (Streng genommen wird e zu e#, also einem übermäßigen e. Aber wir können auch einfach f sagen).

Der Reihe nach geordnet kommt also mit jeder neuen Tonart ein weiteres Kreuz hinzu. Um dir die Reihenfolge zu merken, kann dir dieser Merksatz helfen:

Geh Du Alter Esel Hol Fisch

Wenn es um den Quintenzirkel geht, werden wir das noch vertiefen. Momentan reicht es, wenn du dir die Reihenfolge der Kreuz-Tonarten einprägst.

Die Tonarten in Moll

Die Dur-Tonleiter ist nicht die Einzige in unserer Musik. Dur ist nur eine Tonart unter vielen. Ein weiteres Beispiel wäre die Chromatische Tonleiter. Vielleicht erinnerst du dich ja noch. Das war die Tonleiter, die nur aus Halbtonschritten besteht. Alle Tonarten unterscheiden sich in der Art, wie sie gebildet werden. Oder anders ausgedrückt: Jede Tonleiter wird mit einer ganz bestimmten Verteilung von Ganz- und Halbtonschritten gebildet. Neben der Dur-Tonleiter ist die Tonleiter in Moll die wohl wichtigste in unserer Musik.

Die Formel der Moll-Tonleiter

Die Formeln für Skalen werden in Intervallen angegeben. Die dafür benutzten Kürzel findest du in der Gesamtübersicht über die Intervalle. Nimm dir kurz Zeit und schreib dir einmal die Formel für Dur-Tonleitern auf. Dein Ergebnis kannst du anschließend überprüfen. Lösung

Das Verfahren, um die Formel für Moll-Tonleitern zu ermitteln, ist genau gleich. Nur die Verteilung der Halb- und Ganztonschritte ist anders.

Dur-Tonleitern haben ihre Halbtonschritte auf den Stufen 3-4 und 7-8. Moll-Tonleitern dagegen haben sie auf den Stufen 2-3 und 5-6. Daraus ergibt sich diese Formel für die Bildung von Moll-Tonleitern:

1 – 2 – b3 – 4 – 5 – b6 – b7 – 8

Verwandte Tonarten

Eine Besonderheit der verschiedenen Tonarten nennt sich »Tonverwandt-schaft«. Wenn du beim c anfängst und für jeden Ton die entsprechende Moll-Tonleiter baust, kommst du irgendwann an einen Punkt, an dem die Töne in Dur und Moll identisch sind.

Probier es aus! Klick auf das Bild links. Dann kommst du wieder zur Stammtonreihe – also der Dur-Tonleiter – über zwei Oktaven. Die Schablone ist diesmal die der Moll-Tonarten. Mit welchem Ton musst du anfangen, damit die Töne in Dur und Moll identisch sind?

Das ist die Tonverwandtschaft. Wenn du den Ton der sechsten Stufe in Dur als erste Stufe für die Molltonleiter nimmst, bekommst du in beiden dieselben Töne. Obwohl beide Tonarten mit ganz verschiedenen Formeln gebildet werden, gibt es einen Punkt, an sie sich aneinander angleichen. Man nennt dies auch »Parallel-Tonarten«. Für die Musik hat das eine große Bedeutung.

  1. Beide Tonarten klingen verschieden, obwohl sie aus denselben Tönen bestehen.
  2. Beide Tonarten haben dieselben Vorzeichen.
  3. Die Stufenakkorde der beiden Tonarten sind identisch.